Unsichtbare Wirklichkeit:
Spuren Gottes entdecken.

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Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft,
und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

aus: Die Bibel. Brief an die Hebräer, Kap. 11,1

Ein deutschsprachiges Nachrichtenmagazin warb einmal mit dem Slogan „Fakten, Fakten, Fakten“ – in diese Kategorie fällt der Monatsspruch nun wirklich nicht. Aber auch sonst passt er nicht mehr so recht in unsere aufgeklärte und wissenschaftlich erforschte Welt: Wir können so vieles erklären, haben so viel erforscht. Und selbst Dinge, die wir nicht sehen können, haben wir zu beweisen gelernt. Unsere Jugendlichen wachsen mit Mobilfunk- und WLAN-Netzen auf und jedes Smartphone liefert den Beweis, dass es sich bei den unsichtbaren Wellen um nachweisbare und gesteuerte physikalische Gesetzmäßigkeiten handelt.

In so einer rationalen Welt wirkt „Glaube“ fremdartig – gehört in die Phantasiewelt wie bei Harry Potter und wird als „Hokus-Pokus“ östlicher Spiritualität abgetan. Doch zum Glück müssen wir ja gar nicht nur von dieser Welt sein. Wir dürfen uns den Glauben als das bewahren, was er ist. Die Neue Genfer Übersetzung beschreibt das so: „Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.“ Nicht beweisbar und ohne Garantie.

Dennoch zählt Paulus im Weiteren (28 Verse lang) Beispiele auf, dass es eine Wirklichkeit gibt, auf die sich Menschen über Generationen hinweg verlassen haben und auf die auch wir uns verlassen können. Und was für Beispiele sind dabei: die gewaltigen Mauern von Jericho, der Auszug in ein fremdes Land und die Grundlage eines ganzes Volkes.

Was erzählen wir heute? In unserer Gemeinde und unseren Generationen? Ich lade euch ein, auch heute und in unserer Gemeinschaft davon zu erzählen, welche Hoffnungen sich erfüllt haben. Gemeinsam und achtsam die Spuren Gottes zu entdecken, Wert zu schätzen und zu bezeugen: Das beginnt im (An-)Erkennen des Erfahrenen durch jeden von uns. Und für den Austausch darüber genügen bereits Zwei. Möglichkeiten haben wir also schon und werden auch noch weitere Räume und Möglichkeiten entdecken.

Dabei möchte ich auch nicht die abschließenden Verse des Kapitels übergehen: Die Verbundenheit mit dem Heiligen Gott ist keine Garantie für ein Leben und mit dem Werbeversprechen „Das Beste aus zwei Welten.“ Wenn wir unserer Berufung folgen und in tiefem Vertrauen mit Gott verbunden sind, provoziert das auch Widerstand. Manche machen uns lächerlich, andere zeigen uns offene Ablehnung.

Gott sei Dank dürfen wir hier unseren Glauben in Freiheit leben, aber auch hier ist er nicht ohne Konsequenzen. Dafür erleben wir hier schon ein Stück Jenseits im Diesseits: Das Heilige in unserer Welt. Was kann es Besseres geben, als mit Gott heute schon verbunden zu sein.


Marco Reuse, Gemeindeleiter